Angsthund – wenn Angst den Alltag bestimmt
Tierärztliche Verhaltenstherapie · Verhaltensmedizin · Verhaltenstraining
Dein Hund hat Angst vor fremden Menschen, ist draußen ständig unsicher oder erschrickt bei alltäglichen Situationen ungewöhnlich schnell?
Vielleicht zieht er sich bei Besuch zurück, lässt sich von Fremden nicht anfassen, friert in schwierigen Situationen ein oder versucht durch Bellen und Knurren Abstand herzustellen.
Viele dieser Hunde werden einfach als „unsicher“ bezeichnet. Doch wenn Angst den Alltag bestimmt, sich auf immer mehr Situationen ausweitet oder Training kaum Fortschritte bringt, sollte genauer hingeschaut werden.
Angst ist kein Trainingsthema. Ausgeprägte Angst ist eine Emotion – und damit auch ein verhaltensmedizinisches Thema.
Bei SIRIUS Behavior Vets verbinden wir tierärztliche Verhaltenstherapie mit praktischem Hundetraining. Wir schauen nicht nur darauf, wie sich Dein Hund verhält, sondern auch darauf, warum bestimmte Situationen für ihn so bedrohlich sind und was er braucht, damit neues Lernen überhaupt möglich wird.
Mein Hund hat Angst vor Menschen
Angst vor Menschen kann den gemeinsamen Alltag erheblich einschränken.
Manche Hunde haben vor allem Schwierigkeiten mit fremden Menschen. Andere reagieren besonders auf Männer, Kinder, Personen mit ungewohnter Kleidung oder Menschen, die sich direkt auf sie zubewegen.
Vielleicht kennst Du Situationen wie diese:
- Dein Hund weicht Passanten aus.
- Er möchte einen großen Bogen um Menschen machen.
- Besuch führt zu Verstecken, Bellen oder starker Unruhe.
- Er lässt sich von fremden Menschen nicht anfassen.
- Er friert ein, wenn jemand sich nähert.
- Er knurrt oder bellt Menschen an, die Kontakt aufnehmen möchten.
- Er schnappt, wenn seine Distanz unterschritten wird.
- Er braucht sehr lange, bis er einer neuen Person vertraut.
Gerade bei Angst vor Menschen wird häufig empfohlen, den Hund einfach häufiger mit Menschen in Kontakt zu bringen. Leider bewirken diese sog. „Reizüberflutung“ oft das Gegenteil.
Denn mehr Kontakt bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit.
Wenn ein Hund jede Begegnung erneut als bedrohlich erlebt,
kann sich die Angst sogar weiter festigen.
Gewöhnung funktioniert nur, wenn der Hund die Situation bewältigen kann
Ein Hund lernt nicht allein dadurch, dass „nichts passiert“.
Entscheidend ist, wie er die Situation erlebt.
- Kann er Abstand halten?
- Kann er sich zurückziehen?
- Nimmt er noch Futter?
- Kann er schnüffeln und Informationen aufnehmen?
- Kann er selbst entscheiden, ob er sich nähert?
- Oder befindet er sich bereits in einem Zustand, in dem Flucht, Erstarren oder Abwehrverhalten dominieren?
Gutes Training beginnt deshalb nicht mit möglichst viel Nähe.
Es beginnt mit einer Situation, die der Hund emotional noch bewältigen kann.
Angst vor Geräuschen: Gewitter, Feuerwerk und plötzliche Geräusche
Geräuschangst ist bei Hunden häufig – und sie kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Manche Hunde reagieren nur auf einzelne Auslöser wie Gewitter oder Feuerwerk, andere entwickeln zunehmend Angst vor einer ganzen Reihe von Geräuschen und zeigen schon bei entfernten oder kaum vorhersehbaren Reizen deutlichen Stress.
Wichtig ist: Geräuschangst ist nicht immer nur ein Trainingsproblem. Neben Lernerfahrungen und individueller Ängstlichkeit können auch körperliche Faktoren eine Rolle spielen. Besonders bei neu auftretender oder zunehmender Geräuschempfindlichkeit sollte deshalb auch an Schmerzen oder andere gesundheitliche Veränderungen gedacht werden.
Ausführlicher erklären wir die Zusammenhänge in unserem Fachartikel:
→ Wenn jeder Knall zur Panik führt – Geräuschphobie beim Hund
Bei Geräuschangst auch an Schmerzen denken
Bei Geräuschangst auch an Schmerzen denken
Geräuschangst ist nicht immer ausschließlich ein Verhaltensproblem. Untersuchungen zeigen einen Zusammenhang zwischen Geräuschsensitivität und muskuloskelettalen Schmerzen.
Deshalb sollte bei Hunden, die plötzlich geräuschempfindlicher werden, deren Angst deutlich zunimmt oder sich auf immer mehr Geräusche und Situationen ausweitet, immer auch an körperliche Ursachen gedacht werden – unabhängig vom Alter des Hundes.
Schmerzen am Bewegungsapparat können die Reizschwelle senken und dazu führen, dass Geräusche schneller als bedrohlich erlebt werden. Gerade weil Schmerzen äußerlich oft kaum zu erkennen sind, gehört bei auffälliger Geräuschangst für uns neben dem Training auch eine gründliche tierärztliche Abklärung dazu.
Wichtig ist außerdem: Bildgebende Diagnostik (Röntgenbilder, CT etc) allein sagt nicht zuverlässig, ob ein Hund Schmerzen hat. Jeder, der schon einmal einen steifen Nacken hatte, weiß, wie stark Schmerzen den Alltag beeinträchtigen können, ohne dass im Röntgenbild etwas Auffälliges zu sehen sein muss. Muskelverspannungen oder schmerzhafte myofasziale Veränderungen sind bildgebend oft nicht direkt erkennbar – und gerade beim Tierarzt sind viele Hunde ohnehin so angespannt, dass solche Befunde bei der Untersuchung leicht übersehen werden können. Auch Zahnschmerzen gehören zu den häufig unterschätzten Schmerzquellen: Sie können erheblich sein und trotzdem lange unentdeckt bleiben.
Kostenübernahme
Als Tierärztinnen unterliegen wir der Abrechnung durch die Tierärztliche Gebührenordnung (GOT): Viele Tier-Krankenversicherungen erstatten somit die Kosten für eine verhaltenstherapeutische Behandlung auf Grundlage der GOT.
Wenn Angst vor Menschen wie Aggression aussieht
Bellen, Knurren oder Schnappen wird schnell als Aggressionsproblem eingeordnet.
Dabei kann die dahinterliegende Botschaft sehr einfach sein:
Bleib weg!
Hat ein Hund gelernt, dass Knurren oder Vorwärtsgehen Menschen zuverlässig auf Abstand hält, kann dieses Verhalten mit der Zeit immer schneller auftreten.
Das bedeutet nicht, dass Aggressionsverhalten harmlos ist.
Aber für eine erfolgreiche Therapie müssen wir verstehen, warum der Hund es zeigt.
Bei angstbedingtem Aggressionsverhalten reicht es nicht, nur das sichtbare Verhalten zu unterbrechen. Wir müssen gleichzeitig daran arbeiten, wie der Hund die auslösende Situation emotional bewertet.
Persönlicher Kommentar
Aggression: Das habe ich in meiner Sprechstunde gelernt.
von Dr med.vet. Astrid Schubert
Tierärztin für Verhaltenstherapie
Persönlicher Kommentar von Dr. Astrid Schubert
Der Satz, den ich in meiner Sprechstunde sehr häufig höre, lautet:
„Er hat ohne Vorwarnung zugeschnappt.“
Bei genauerem Hinsehen stimmt das erstaunlich oft nicht.
Hunde kommunizieren lange vor einem Biss, dass ihnen eine Situation unangenehm wird: Sie wenden den Kopf ab, blinzeln, lecken über die Nase, werden langsamer, frieren ein oder versuchen Distanz herzustellen.
Knurren steht in dieser Kommunikation schon relativ weit oben.
Wenn wir ein Knurren bestrafen, kann kurzfristig genau das passieren, was wir erreichen wollten: Der Hund knurrt weniger.
Seine Angst ist dadurch aber nicht verschwunden.
Er kann lediglich lernen, dass es sich nicht lohnt, dieses Warnsignal zu zeigen. Das Ergebnis kann ein Hund sein, der sich weiterhin bedroht fühlt, dessen Verhalten für Menschen aber schwieriger vorhersehbar wird.
Deshalb ist ein Satz für mich besonders wichtig:
Ein knurrender Hund ist kein Problem, das man einfach abstellt. Er ist ein Hund, der noch mit uns spricht.
Gleichzeitig lernen Hunde sehr schnell, welches Verhalten funktioniert. Wenn Vorwärtsgehen, Bellen oder Schnappen zuverlässig dazu führt, dass ein Mensch Abstand nimmt, kann dieses Verhalten mit der Zeit schneller und deutlicher auftreten.
Deshalb brauchen wir bei angstbedingter Aggression zwei Dinge gleichzeitig.
Zum einen Management: Niemand darf gebissen werden, während wir an dem Problem arbeiten. Dazu können größere Distanzen, Maulkorbtraining, andere Wege oder klare Regeln für Besuch gehören.
Zum anderen müssen wir die emotionale Bewertung verändern.
Bei angstbedingter Aggression reicht es nicht, nur das sichtbare Verhalten zu unterdrücken. Entscheidend ist, dass der Hund die auslösende Situation langfristig weniger bedrohlich erlebt und andere Handlungsmöglichkeiten entwickelt.
Und ein Punkt gehört immer dazu:
Aggressionsverhalten, das neu auftritt oder sich plötzlich deutlich verschärft, sollte tierärztlich abgeklärt werden.
Schmerzen können die Reizschwelle erheblich senken. Ich habe im Laufe meiner Arbeit viele vermeintliche „Aggressionsprobleme“ gesehen, bei denen körperliche Beschwerden einen wesentlichen Anteil hatten.
Nicht möglichst mutig wirken ist das Ziel. Sondern sich sicherer fühlen.
Warum Angst vor Menschen verhaltensmedizinisch abgeklärt werden sollte
Dazu gehören unter anderem:
- genetische Ängstlichkeit,
- unzureichende oder ungünstige frühe Sozialisation,
- negative Lernerfahrungen,
- chronischer Stress,
- generalisierte Angst,
- Schmerzen oder körperliches Unwohlsein,
- wiederholte Überforderung.
Vor allem wenn die Angst stark ausgeprägt ist, sich verschlechtert oder bereits aggressives Verhalten entstanden ist, sollte deshalb nicht ausschließlich nach der passenden Trainingsübung gesucht werden.
Die wichtigere Frage lautet:
Warum ist die Angst so stark – und was braucht dieser Hund, damit er überhaupt sicher lernen kann?
Hazel
So sieht ein echter Fall aus.
Hazel: Wie aus Dauerangst wieder Alltag wurde
Hazel kam aus dem Tierschutz und hatte Angst vor Menschen. Sie lebte mitten in Schwabing und fuhr jeden Tag mit ins Büro. Schon der Weg zum Auto war für sie eine Überforderung. Heute geht sie entspannt durch die Stadt. Das ist ihre Geschichte – und die von Steffi, ihrer Besitzerin.
Was Hazel schon mitbrachte, bevor sie einzog
Hazels Mutter war ein Straßenhund. Sie wurde eingefangen und bekam ihre Welpen im Tierheim – unter Bedingungen, die für eine Hündin, die eben noch frei gelebt hat, massiven Stress bedeuten. Genau in dieser Zeit entstehen beim ungeborenen Welpen die Systeme, die später Stress regulieren sollen.
Was eine Mutter in der Trächtigkeit erlebt, geht nicht spurlos an ihrem Wurf vorbei. Über die Stresshormone der Mutter kann sich die Stressachse der Welpen anders einstellen – sie reagieren später schneller, heftiger und kommen langsamer wieder herunter. Dazu kommt die genetische Seite: Ängstlichkeit ist zu einem erheblichen Teil vererbbar. Eine Hündin, die auf der Straße überlebt hat und im Tierheim in Dauerangst war, gibt keine gelassenen Gene weiter.
Hazel startete also nicht bei null. Sie startete im Minus. Das ist keine Schuldzuweisung an das Tierheim, im Gehenteil, sie haben den Kleinen vielleicht das Leben gerettet. Aber es ist der Ausgangspunkt, den wir kennen müssen, um realistisch zu planen.
Die fehlenden Wochen: Deprivationssyndrom und Sozialisierungsdefizit
Zwischen der dritten und der zwölften Lebenswoche lernt ein Welpe, was zur normalen Welt gehört. Alles, was er in dieser Zeit kennenlernt, wird zum Normalfall. Alles, was fehlt, bleibt lebenslang potenziell bedrohlich.
Hazel hat in dieser Phase keine Stadt kennengelernt. Keine Straßenbahn, keine Rolltreppe, keine Menschen, die schnell an ihr vorbeigehen, keine Kinderstimmen, keine glatten Böden, keine Türen, die zuschlagen. Sie hat Tierheim kennengelernt: laut, eng, unvorhersehbar, und Menschen vor allem als etwas, das über sie bestimmt.
Das nennen wir Deprivationssyndrom – ein Reizmangel in der sensiblen Phase, der dazu führt, dass der Hund später auf normale Alltagsreize mit Angst reagiert. Kombiniert mit dem Sozialisierungsdefizit gegenüber Menschen war klar: Hazel fehlte nicht Erziehung. Ihr fehlte eine Kindheit.
Schwabing – jeden Tag von vorn
Und dann zog Hazel in eine der lebendigsten Ecken Münchens, nach Schwabing. Steffi hat sie mitgenommen, weil sie sie nicht allein lassen wollte: jeden Morgen ins Büro, jeden Abend zurück.
Der Weg zum Auto war das eigentliche Problem. Fünf Minuten Straße. Für dich und mich unauffällig. Für Hazel: Menschen, die entgegenkommen, Fahrräder, Türen, Motorengeräusch, Absätze auf Pflaster, ein Hund um die Ecke. Zwei Mal am Tag. Sieben Tage die Woche.
Wichtig ist der Unterschied zwischen einem Schreckmoment und dem, was Hazel hatte. Ein Hund darf erschrecken – wenn er danach wieder herunterkommt. Hazel kam nie herunter. Cortisol braucht Stunden, um abzubauen. Wenn der nächste Reiz kommt, bevor das passiert ist, addiert sich alles auf. Das ist chronischer Stress: nicht ein schlimmes Ereignis, sondern nie genug Abstand zwischen den Ereignissen.
Die Abwärtsspirale: aus Angst wird generalisierte Angst
Jeder Gang zum Auto war für Hazel eine Lernerfahrung – nur leider die falsche. Angst lernt schnell und vergisst langsam. Ein Hund, der immer wieder erlebt, dass er einer Situation nicht ausweichen kann, lernt nicht Gelassenheit. Er lernt: Es hilft nichts, was ich tue.
Und die Angst blieb nicht bei ihrem Auslöser. Sie wuchs. Erst waren es fremde Männer, dann Menschen allgemein, dann Geräusche, dann Orte, an denen einmal etwas passiert war, dann Situationen, die nur entfernt daran erinnerten. Am Ende war der Alltag selbst der Auslöser. Das ist generalisierte Angst: Der Hund ist nicht mehr in bestimmten Momenten ängstlich, sondern grundsätzlich in Alarmbereitschaft und wartet darauf, dass etwas passiert.
Hazel hat sich selbst immer tiefer hineingeschraubt. Je erschöpfter sie war, desto weniger Reserve hatte sie für den nächsten Reiz. Je weniger Reserve, desto heftiger die Reaktion. Je heftiger die Reaktion, desto mehr Stresshormone. Resilienz – die Fähigkeit, nach einer Belastung wieder in den Normalzustand zurückzukehren – war bei ihr praktisch aufgebraucht. Alles wurde schwieriger, auch Dinge, die vorher funktioniert hatten.
Bevor wir über Verhalten sprechen: Wie geht es dem Körper?
Bei jedem Angstpatienten klären wir zuerst die körperliche Seite. Schmerz senkt die Reizschwelle, macht reizbar und lässt Hunde Situationen meiden, die vorher kein Problem waren – und ein Hund sagt uns nicht, dass ihm etwas weh tut. Umgekehrt bleibt chronischer Stress auch körperlich nicht folgenlos: Schlaf, Verdauung, Haut und Immunsystem leiden mit.
Deshalb steht am Anfang jeder Verhaltenstherapie bei uns die Frage: Ist dieser Hund gesund genug, um zu lernen? Wer diesen Schritt überspringt, trainiert unter Umständen monatelang gegen ein medizinisches Problem an.
Was wir gemacht haben
Es gab keinen einzelnen Trick. Es gab mehrere Bausteine, die zusammen gewirkt haben.
- Management zuerst: Wir haben die Anzahl der Überforderungen pro Tag gesenkt – bevor überhaupt trainiert wurde. Weniger Wege, andere Routen, andere Zeiten, klare Pausen.
- Schlaf: Ein gestresster Hund schläft zu wenig und zu unruhig. Ohne ausreichenden, ungestörten Schlaf gibt es keine Erholung der Stressachse und keine Konsolidierung von Gelerntem. Ruhe war bei Hazel kein Nebenthema, sondern Therapie.
- Medikamente: Bei Hazel waren sie nicht vermeidbar. Sie lebt mitten in der Stadt, und die Reize lassen sich dort nicht wegorganisieren. Ein Gehirn im Daueralarm kann nicht lernen. Medikamente haben Hazel nicht ruhiggestellt – sie haben ihr den Spielraum verschafft, in dem Training überhaupt greifen konnte.
- Wissen für Steffi: Steffi hat einen unserer Workshops besucht. Das war ein Wendepunkt. Wer versteht, was im Hund vorgeht, muss nicht mehr überlegen, welche Übung jetzt dran wäre – er handelt in der Situation intuitiv richtig. Und Hazel brauchte genau das: jemanden, der in Sekunden reagiert, nicht in Trainingsplänen.
- Geräuschtraining: systematisch, in kleinen Schritten, immer unterhalb der Schwelle, an der Hazel in Angst kippt.
- Alternativverhalten: Hazel hat gelernt, was sie stattdessen tun kann, wenn ein Reiz auftaucht. Genau das ist Resilienz im Alltag – nicht die Abwesenheit von Reizen, sondern eine Antwort darauf zu haben.
Wo Hazel heute steht
Hazel geht durch die Stadt. Ohne Drama, ohne die Frage, ob der Weg zum Auto heute klappt.
Sie begleitet Steffi zum Golfen. Sie hat Nachbarn mit Kindern und bleibt entspannt im Garten liegen, während nebenan Leben stattfindet – die Situation, die früher völlig undenkbar gewesen wäre.
Nach einem Jahr konnten wir die Medikamente reduzieren. Kurz darauf haben wir begonnen, sie auszuschleichen. Das ist der Verlauf, den wir uns wünschen: Medikamente als Fenster, nicht als Dauerzustand. Das Fenster war offen, in dieser Zeit hat Hazel etwas gelernt, und was sie gelernt hat, bleibt.
Was du aus Hazels Geschichte mitnehmen kannst
- Angst ist selten monokausal. Bei Hazel kamen Veranlagung, pränataler Stress, fehlende Sozialisation, Reizmangel, negative Lernerfahrungen und Dauerbelastung zusammen. Wer nur an einer Stellschraube dreht, kommt nicht weit.
- Weniger ist am Anfang mehr. Bevor trainiert wird, muss die Belastung runter. Ein Hund im Daueralarm lernt nicht.
- Schlaf und Ruhe sind Therapie, keine Nebensache.
- Medikamente sind kein Scheitern. Bei manchen Hunden sind sie die Voraussetzung dafür, dass Training überhaupt wirken kann – und oft der schnellste Weg dahin, sie wieder wegzulassen.
- Dein Wissen ist der wirksamste Baustein. Übungen helfen in der Übungssituation. Verständnis hilft in allen anderen.
Und: Es kann besser werden. Auch bei einem Hund, der im Minus gestartet ist
Du erkennst deinen Hund in Hazels Geschichte wieder? Dann sprich uns an. In der verhaltenstherapeutischen Sprechstunde der SIRIUS Behavior Vets schauen wir uns gemeinsam an, was bei deinem Hund zusammenkommt – und was der erste sinnvolle Schritt ist.
Namen und Details sind mit Einverständnis der Besitzerin veröffentlicht.
"Wir trainieren schon – aber die Angst wird nicht besser..."
Viele Halter kommen zu uns nicht am Anfang des Problems.
Sie haben bereits Bücher gelesen, Trainingsvideos ausprobiert oder mit einem Hundetrainer gearbeitet.
Und trotzdem bleibt der Hund ängstlich.
Das bedeutet nicht automatisch, dass schlecht trainiert wurde.
Manchmal reicht Training allein nicht aus.
Zum Beispiel wenn:
- die Angst bereits sehr stark ausgeprägt ist,
- der Hund fast täglich überfordert wird,
- mehrere Ängste gleichzeitig bestehen,
- die Angst zunehmend generalisiert,
- die allgemeine Stressbelastung sehr hoch ist,
- körperliche Faktoren die Reizschwelle beeinflussen,
- oder der Hund in den Trainingssituationen kaum noch lernfähig ist.
Dann ist es sinnvoll, das Problem aus verhaltensmedizinischer Sicht neu zu beurteilen.
Angsttherapie: Darum reicht Training allein häufig nicht
von Dr. med.vet. Astrid Schubert
Tierärztin für Verhaltenstherapieseit über 30 Jahren und
Leiterin der SIRIUS Behavior Vets
Angsttherapie: Darum reicht Training allein häufig nicht
Ich arbeite seit dreißig Jahren mit ängstlichen Hunden.
Was ich in dieser Zeit besonders häufig gesehen habe, ist nicht zu wenig Training.
Es ist zu viel Training am falschen Punkt.
Noch immer hält sich die Vorstellung, ein Hund müsse „durch seine Angst hindurch“, damit er merkt, dass nichts passiert.
Bei leichter Unsicherheit kann ein Hund durchaus lernen, eine Situation besser auszuhalten.
Bei einer ausgeprägten Angststörung kann dauerhafte Konfrontation oberhalb der individuellen Belastungsgrenze jedoch genau das Gegenteil bewirken.
Der Hund wird nicht automatisch gelassener. Manchmal wird er einfach stiller.
Und Stillsein ist nicht dasselbe wie Entspannung.
Ich sehe Hunde, die eine lange Vorgeschichte von Übungen hinter sich haben, bei denen sie immer wieder deutlich überfordert waren. Ihre Menschen haben engagiert trainiert und wollten alles richtig machen – trotzdem wurde die Angst nicht kleiner, sondern breiter.
Dann lohnt es sich, die Frage zu verändern.
Nicht:
„Welche Übung brauchen wir noch?“
Sondern:
„Warum kann dieser Hund gerade nicht lernen?“
Chronischer Stress betrifft nicht nur das Verhalten. Schlaf, Verdauung, Schmerzen und andere körperliche Faktoren können Belastung und Angst gegenseitig verstärken.
Genau deshalb ist eine ausgeprägte Angststörung für mich nicht nur eine Trainingsaufgabe. Sie gehört verhaltensmedizinisch beurteilt.
Gutes Training bleibt ein zentraler Teil der Therapie. Aber wenn ein Hund beinahe täglich überfordert ist, mehrere Ängste gleichzeitig entwickelt, immer mehr Situationen problematisch werden oder er im Training kaum noch ansprechbar ist, reicht die nächste Trainingsübung manchmal nicht.
Dann müssen wir die ganze Situation betrachten:
- Wie hoch ist seine Grundbelastung?
- Wie gut schläft er?
- Gibt es Schmerzen oder andere körperliche Probleme?
- Wie viel Erholung hat er im Alltag?
- Und braucht er möglicherweise vorübergehend medikamentöse Unterstützung, damit Lernen überhaupt wieder möglich wird?
Wenn du das Gefühl hast, du hättest mit deinem Hund längst weiter sein müssen, bedeutet das nicht automatisch, dass du schlecht trainiert hast.
Manchmal braucht es nicht mehr Training. Sondern einen neuen Blick auf das ganze Problem.
Dr. med.vet. Astrid Schubert
Tierärztin für Verhaltenstherapie
Wann sollte ein Angsthund zum Tierarzt für Verhaltenstherapie?
Eine verhaltensmedizinische Einschätzung ist besonders sinnvoll, wenn:
- Dein Hund vor vielen unterschiedlichen Situationen Angst hat,
- Angst seinen Alltag deutlich einschränkt,
- Angst vor Menschen stark ausgeprägt ist,
- Dein Hund regelmäßig fliehen oder sich verstecken möchte,
- er häufig erstarrt, nicht mehr weitergehen möchte
- Angst zu Bellen, Knurren oder Schnappen führt,
- die Ängste trotz Training zunehmen,
- Dein Hund kaum Fortschritte macht,
- die Angst sich auf neue Situationen ausweitet,
- oder sich sein Verhalten plötzlich deutlich verändert hat.
Auch bei scheinbar „nur unsicheren“ Hunden lohnt es sich manchmal, früher hinzuschauen.
Denn je stärker Vermeidung, Stress und Angst im Alltag verankert sind, desto schwieriger wird es für den Hund, neue Erfahrungen zu sammeln
Verhaltenstherapie beginnt mit einer guten Einschätzung
Bei SIRIUS Behavior Vets starten wir deshalb mit einer verhaltenstherapeutischen Anamnese.
Wir möchten zunächst verstehen:
- Wovor hat Dein Hund Angst?
- Seit wann besteht das Problem?
- Wie stark ist seine Belastung?
- Welche Situationen kann er noch bewältigen?
- Welche Strategien nutzt er bisher?
- Wie sieht sein Alltag aus?
- Welche Trainingsansätze wurden bereits ausprobiert?
- Gibt es Hinweise auf Schmerzen oder andere körperliche Faktoren?
- Reicht Training aus – oder braucht Dein Hund zusätzliche verhaltensmedizinische Unterstützung?
Wenn Du nicht sicher bist, ob Dein Hund einfach vorsichtig ist oder ob eine behandlungsbedürftige Angstproblematik vorliegt, ist unser Intake der richtige Einstieg.
In diesem ersten Termin klären wir, wie stark Dein Hund belastet ist, welche Faktoren wahrscheinlich eine Rolle spielen und welcher nächste Schritt sinnvoll ist.
Du musst vorher noch nicht wissen, welche Therapie Dein Hund braucht. Genau das klären wir gemeinsam.
Unser Ansatz bei SIRIUS Behavior Vets
Bei SIRIUS Behavior Vets verbinden wir tierärztliche Verhaltensmedizin mit praktischem Therapie-Training.
Wir betrachten nicht nur einzelne Symptome, sondern fragen:
✓ Was löst Angst oder Phobie aus aus
✓ Wie schnell beruhigt sich der Hund wieder?
✓ Welche Lernprozesse haben sich entwickelt?
✓ Wie viel Schlaf bekommt der Hund?
✓ Welche Emotion verstärkt das Problem möglicherweise?
✓ Gibt es körperliche Faktoren, die berücksichtigt werden sollten?
✓ Und an welcher Stelle kann Training wirklich wirksam werden?
So entsteht ein individueller Therapieplan, der nicht versucht, den Hund einfach „ruhigzustellen“, sondern seine Fähigkeit zur Resistenz verbessert.
Emotionen berücksichtigen
Ein Hund kann Verhalten nicht nachhaltig verändern, wenn die zugrunde liegende Emotion unverändert bleibt.
Welcher nächste Schritt passt zu Euch?
Mein Hund hat bereits ein Angst-Problem
Intake –
erste verhaltensmedizinische Einschätzung
Dein persönlicher Termin
45 Minuten.
Ich möchte strukturiert daran arbeiten
Intensiv-Workshop Umwelt- und Geräuschangst
in fünf Modulen a 2 Std.
Verhaltensmedizinische und trainingspraktische Hintergründe und Grundlagen für Dich
Mein Hund hat noch kein ernstes Problem
Webinar:
Die frühen Stress-Signale Deines Hundes erkennen und rechtzeitig handeln.
Webinar zum Download






Verhaltenstherapie bei SIRIUS Behavior Vets
Angst ist kein Problem, das ein Hund einfach „wegtrainieren“ muss
Training ist ein wichtiger Teil der Verhaltenstherapie.
Aber das Ziel besteht nicht darin, dass Dein Hund Angst besser unterdrückt oder unangenehme Situationen länger aushält.
Wir möchten erreichen, dass er sich tatsächlich sicherer fühlt, bessere Bewältigungsstrategien entwickelt und wieder mehr Handlungsspielraum bekommt.
Nicht möglichst mutig wirken ist das Ziel. Sondern sich sicherer fühlen.
Fachlich verantwortlich
Dr. med. vet. Astrid Schubert
Tierärztin mit Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie
SIRIUS Behavior Vets, München
Zuletzt fachlich aktualisiert: August 2026
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Häufig gestellte Fragen
Der wesentliche Unterschied liegt in der zertifizierten Ausbildung und Qualifikation von Tierärztinnen. Dem gegenüber steht der nicht definierte Beruf des "Verhaltenstherapeuten", der gar keine Ausbildungsvorschriften als Zulassung hat. Der Begriff "Verhaltenstherapeut" ist nicht geschützt. Jeder kann sich so nennen.
Eine Tierarztin für Verhaltenstherapie hat zunächst ein vollständiges tiermedizinisches Studium absolviert, das in der Regel 5-6 Jahre dauert. Während dieses Studiums werden umfassende Kenntnisse in Anatomie, Physiologie, Neurologie, Pharmakologie und weiteren medizinischen Fachgebieten erworben.
Nach dem Studium folgt eine mehrjährige, strukturierte Weiterbildung im Bereich Verhaltenstherapie unter der Aufsicht erfahrener Fachkolleg*innen. Diese Weiterbildung umfasst hunderte Stunden theoretischer und praktischer Ausbildung sowie dokumentierte Fallarbeit. Den Abschluss bildet eine anspruchsvolle Prüfung bei der Tierärztekammer, die den hohen Qualitätsstandard sicherstellt.
Im Gegensatz zu einem Fachtierarzt ist die Bezeichnung "Verhaltenstherapeut" BEI HUNDETRAINER/INNEN NICHT GESCHÜTZT.
Dies bedeutet für Dich:
- Keine einheitlichen Standards für hübsche Zertifikate bezüglich der Lehrinhalte oder Prüfungsanforderungen. Es reicht einen Wochenendkurs zu machen.
- Jeder Hundetrainer kann sich ohne einen Lehrplan und ohne Prüfung "Verhaltens­thera­peut" nennen. Du weißt also nicht, welche Leistung Du bekommst.
- Häufig fehlt eine professionelle Supervision während der praktischen Anwendung. D.h. der Verhaltenstherapeut macht seine ersten Erfahrungen evtl an Deinem Hund.
- Kein medizinisches Wissen, um organische Ursachen von Verhaltensproblemen zu erkennen und zu behandeln
- Keine verpflichtende Weiterbildung, um das Wissen dem aktuellen Stand der Wissenschaft anzugleichen.
Für Tierhalterinnen ist es nahezu unmöglich, die Qualität der Ausbildung eines selbsternannten Verhaltenstherapeuten einzuschätzen. Besonders problematisch: Ohne fachkundige Supervision können unerfahrene Trainer Fehler machen, wobei im schlimmsten Fall der Hund des Kunden zum "Versuchskaninchen" für erste therapeutische Versuche wird.
Tierärzt*innen für Verhaltenstherapie können hingegen:
- nach einer dreijährigen Facharztausbildung mit Supervision wirklich helfen.
- Auf ein fundiertes Verständnis der verhaltensbiologischen, psychologischen und neurologischen Prozesse zurückgreifen
- Medizinische Ursachen für Verhaltensprobleme diagnostizieren und behandeln
- Bei Bedarf Medikamente verschreiben, die bei der Therapie unterstützen können
- Eine wissenschaftlich fundierte, ganzheitliche Verhaltenstherapie anbieten, die auch körperliche Ursachen für das Verhalten diagnostiziert.
Bei SIRIUS Behavior Vets erhältst Du die Gewissheit, dass Ihr Tier von Fachpersonal mit höchster Qualifikation und umfassender Erfahrung betreut wird.
Die Kosten für eine tierärztliche Verhaltenstherapie richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), die verbindliche Mindestgebühren festlegt. Detaillierte Preisinformationen finden Sie auf unserer Homepage in den spezifischen Bereichen für Hunde und Katzen.
Um die Kosten für unsere Klienten möglichst effizient zu gestalten, bieten wir bei SIRIUS Behavior Vets ein durchdachtes Baukastensystem an:
- Intensiv-Workshops 32€ / Stunde:
In kleinen Gruppen vermitteln wir live Grundlagenwissen zu verschiedenen Verhaltensthemen. Sie können eigene Videos einbringen und individuelle Fragen in geschütztem Rahmen stellen.
Die Workshops sind deutlich günstiger als Einzeltherapie – und machen sie effizienter: Eine solide Wissensbasis spart später Zeit und Kosten. Alle Teilnehmer erhalten Handouts mit Checklisten und Trainings-Tipps.
- Intake / Dein erster Termin mit Ersteinschätzung
Im 45-minütigen Intake lernen wir Dich und Deinen Hund kennen und verschaffen uns einen ersten Überblick über Eure aktuelle Situation. Preis 87 Euro.
Gemeinsam klären wir, welche Ursachen hinter dem Verhalten stehen könnten, welche weiteren diagnostischen Schritte sinnvoll sind und welche Unterstützung zu Euch, Eurem Alltag und Euren Möglichkeiten passt.
Der Termin findet wahlweise in unserer Praxis oder online statt. Am Ende erhältst Du eine erste fachliche Einschätzung und eine konkrete Empfehlung für das weitere Vorgehen. - Coaching / Praxis-Therapietraining 149 € / Stunde:
Für komplexe oder besonders individuelle Themen bieten wir persönliche Einzelberatung bei Fachtierärzten für Verhaltenstherapie an. Hier arbeiten wir gezielt an Deiner spezifischen Situation – mit maßgeschneiderten Lösungen, direktem Feedback und konkreten Therapieschritten, die Du sofort umsetzen kannst. - Trainingsstunden durch unserer ausgebildeten Hundetrainer 95 € / Stunde
Über unsere angegliederte Hundeschule bieten wir praktische Übungseinheiten zu einem besonders günstigen Preis an. Da diese Stunden als Trainingsleistung und nicht als tierärztliche Leistung abgerechnet werden, fallen sie nicht unter die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) – das spart spürbar Kosten.
Trainingsstunden ersetzen kein Coachingtermine, aber man braucht deutlich weniger davon.
Unser Ziel ist es, für jeden Klienten die optimale Balance zwischen fachlicher Qualität und wirtschaftlicher Effizienz zu finden. Wir beraten Sie gerne individuell, welche Kombination aus Workshops, Einzeltherapie und Trainingsstunden für Ihre spezifische Situation am sinnvollsten ist.
Für eine persönliche Kostenberatung oder detailliertere Informationen kontaktieren Sie uns bitte direkt – wir stellen gemeinsam mit Ihnen einen maßgeschneiderten Therapieplan zusammen.
Das ist sehr unterschiedlich. Ursache, Dauer und Intensität der Angst, genetische Faktoren, bisherige Lernerfahrungen und Alltagssituation spielen eine Rolle. Bei ausgeprägten Ängsten sollte eher in Monaten als in wenigen Trainingseinheiten gedacht werden.
Wenn die Unruhe dauerhaft besteht, der Hund kaum schlafen kann, alltägliche Situationen regelmäßig eskalieren, starke Angst oder Aggressionsverhalten auftreten oder sich das Verhalten plötzlich verändert hat, ist eine professionelle Abklärung sinnvoll.
Als spezialisierte Tierärzte für Verhaltenstherapie bei SIRIUS Behavior Vets kombinieren wir fundiertes medizinisches Wissen mit tiefgreifender verhaltensmedizinischer Expertise. Im Gegensatz zu herkömmlichen Hundetrainern verfügen wir über eine umfassende tiermedizinische Ausbildung sowie eine zusätzliche Fachqualifikation im Bereich der Verhaltensmedizin.
Unsere Arbeit in der Tierpsychologie umfasst:
- Ganzheitliche Verhaltensanalysen unter Berücksichtigung medizinischer Faktoren
- Diagnose und Behandlung von komplexen Verhaltensstörungen
- Erstellung individueller Therapiepläne basierend auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen
- Beurteilung der Notwendigkeit unterstützender medikamentöser Therapien
- Abgrenzung zwischen medizinisch bedingten und erlernten Verhaltensauffälligkeiten
Als Tierärzte für Verhaltenstherapie können wir Verhaltensauffälligkeiten in ihrem gesamten Kontext betrachten – einschließlich möglicher organischer Ursachen. Diese ganzheitliche Herangehensweise ermöglicht es uns, präzisere Diagnosen zu stellen und effektivere Behandlungsstrategien zu entwickeln.
Bei SIRIUS Behavior Vets verbinden wir unsere tiermedizinische Expertise mit praktischer Erfahrung als zertifizierte Hundetrainer und anerkannte Sachverständige für die Prüfung nach §11 TSchG. Diese Kombination aus medizinischem Fachwissen und praktischer Trainingskompetenz bildet die Grundlage für unseren umfassenden Ansatz in der Verhaltenstherapie
Zunächst sollte geklärt werden, welche Situationen Angst auslösen und wie stark die Belastung ist. Hilfreich sind ausreichend Abstand, kontrollierbare Situationen, kleinschrittiges Training und das Vermeiden unnötiger Überforderung. Bei ausgeprägter Angst ist eine verhaltensmedizinische Einschätzung sinnvoll.
Meide Hundetrainer, die den Hund nach dem Motto "Flucht ist keine Option" in den "Trainingsübungen" überfordern und damit die Angststörung noch verschlimmern können.
Zuwendung verstärkt Angst nicht einfach dadurch, dass sie gegeben wird. Wenn Dein Hund bei Dir Schutz sucht, darfst Du ihm Sicherheit vermitteln. Entscheidend ist, dass Du selbst ruhig bleibst und der Hund nicht zusätzlich unter Druck gesetzt wird.
Wird Dein Hund durch die Versuche zu trösten nervöser und unruhiger, dann ist das Trösten wahrscheinlich nicht effektiv und sollte evtl durch eine andere Strategie ersetzt werden.
Wird Dein Hund in Deiner direkten Nähe ruhiger, dann kannst Du ihn trösten, wenn er überfordert ist. Wenn diese Situationen häufig vorkommen oder gravierenden Stress auslösen solltest Du einen Tierarzt für Verhaltenstherapie aufsuchen, damit Deinem Hund geholfen werden kann.
Sollte man einen Angsthund mit seinen Ängsten konfrontieren?
Nicht unkontrolliert. Training mit Angstauslösern sollte so dosiert werden, dass der Hund die Situation noch verarbeiten kann. Massive Konfrontation kann Angst verstärken.
Mögliche Ursachen sind genetische Veranlagung, unzureichende frühe Erfahrungen, negative Erlebnisse, chronischer Stress oder generalisierte Ängstlichkeit. Auch körperliche Faktoren können Verhalten beeinflussen.
Ja. Bellen, Knurren oder Vorwärtsgehen können dazu dienen, Distanz herzustellen. Deshalb sollte bei aggressivem Verhalten immer geprüft werden, welche Motivation und Emotion zugrunde liegen.
Nicht alle Hunde, die Angst haben werden später einmal aggressiv. Aber die meisten Hunde, die sich aggressiv gegenüber Menschen verhalten hatten früher einmal Angst.
Das sogenannte "Freezing" oder Erstarren ist eine mögliche Reaktion auf Angst oder Überforderung. Ein Hund, der bewegungslos wird, ist deshalb nicht automatisch ruhig oder entspannt. Manchmal wird das plötzliche Hinsetzen und stehen bleiben auch als stur oder faul interpretiert.
Wenn der Besitzer den Hund dann antreibt oder an der Leine zieht, um weiterzugehen verschlimmert er die Situation meist, da zu dem externen Stress nun auch der Druck von Seiten des Besitzers hinzukommt.
Deshalb empfehlen wir, nicht mit Druck auf dieses Verhalten zu reagieren.
Manche Hunde benötigen nach Veränderungen ,wie der Adoption oder einem Ortswechsel, lediglich Zeit zur Anpassung. Bei ausgeprägter oder zunehmender Angst sollte jedoch nicht unbegrenzt abgewartet werden. Ängste können sich festigen oder auf weitere Situationen ausweiten.
Nicht jeder Angsthund braucht Medikamente. Bei ausgeprägten, chronischen oder generalisierten Ängsten kann eine tierärztlich verordnete Medikation jedoch ein sinnvoller Bestandteil eines Gesamttherapieplans sein.
Vor allem, wenn die Auslöser der Angst nicht kontrollierbar ist, wie z.B. Knallgeräusche, Gewitter, der Anblick fremder Menschen etc. ist eine Medikation mit Angstlösenden aber nicht beruhigenden Medikamenten sinnvoll, um den Hund lernfähig und damit die Therapie kürzer und sicherer zu machen.
Die Angst Deines Hundes bestimmt Euren Alltag?
Dein unsicherer Hund mag nicht mehr spazieren gehen oder hat keinen Spaß daran?
Wir helfen Euch, einen Weg zu einem entspannten gemeinsamen Leben zu finden
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